
Sonntag, den 31. Mai um 16 Uhr in der VorleseScheune für Erwachsene, Ludwigsburger Straße 20, 71642 Ludwigsburg-Hoheneck, Anmeldung bitte an: vorlesescheune@posteo.de
Seit die Fotografie zu Anfang des 19. Jahrhunderts von den Franzosen Niépce und Daguerre erfunden wurde, hat sie unsere Welt revolutioniert. Auch die Literatur. Schriftsteller wie Marcel Proust und Thomas Mann schrieben ihre Charaktere nach Fotografien. Thomas Mann benutze ein Foto von Gustav Mahler für seinen „Doktor Faustus“. Und er liebte es, sich selbst auf Fotografien in Szene zu setzen. Werbung in eigener Sache. Ohne das Foto zur Fahndung oder zum Beweis kommt kaum ein Krimi aus. Und dann erscheint in den 1950er Jahren ein eigenes literarisches Genre, der Fotoroman. Gina Lollobrigida, Sophia Loren, Ornella Muti habe ihre Karriere dort begonnen. Klassenfotos, Weihnachtsfotos, Hochzeitsfotos – die Schätze aus Familienalben kommen in unzähligen Romanen vor. So erzählt Petra Durst-Benning von der Fotografin Mimi, die in Laichingen auf der Alb das Fotoatelier ihres Onkels übernimmt, um „den Menschen Schönheit zu schenken“. Das wollen auch viele Influencerinnen, die mit ihren Bildern Schönheitsideale vorgeben. Die Macht der Bilder beherrscht unsere Gegenwart in geradezu unheimlicher Weise. Das uralte Thema Oscar Wildes vom „Bildnis des Dorian Grey“ hat uns eingeholt: Bilder essen Seele auf. Die Seele der Bildkunst verstehen – davon berichtet der Fotograf Peter Vogel, Mitbegründer der VorleseScheune. Er erzählt von seiner Faszination für die Kunst der Bildgestaltung, von seiner Motivation und Entwicklung. Und davon wie es sich als Profi anfühlt, wenn plötzlich alle Welt zum Handy-Fotografen wird.

Das war „Briefe aus meinem Garten“ von und mit Ben Rakidžija.

Mit seinem neuen Buch „Briefe aus meinem Garten“ (Verlag Königshausen &Neumann) voller Dorfgeschichten von der kroatischen Adria ließ Ben eine duftende Sommerlandschaft in der Scheune erblühen. Eine poetische Antwort auf die Eisheiligen.

