„Auf Sand gebaut“ am 12. Juli 2026

Wie immer in der VorleseScheune für Erwachsene, Ludwigsburger Straße 20, 71642 Ludwigsburg-Hoheneck, Eintritt frei, Anmeldung erbeten: vorlesescheune@posteo.de

Sand ist kostbar: für einen gelungenen Tag am Strand wie in Alexander Oetkers Roman „Sonntags am Meer“ oder für die Poesie der Wüste. Aber wehe er wird zum messerscharfen Sandsturm wie in Wolfgang Herrndorfs rasantem Agententhriller „Sand“. Sand ist heute der kostbarste Rohstoff nach Wasser, weil die Welt unendliche Mengen für Bauzement braucht. Und weil wir ihn mit unseren Abfällen immer unbrauchbarer machen und die Götter erzürnen, wie Urs Widmer erzählt. Sand ist ein Objekt der Begierde . Ein legendärer Traumwandler: Wenn der Sandmann kommt und uns Sand in die Augen streut.
Und schließlich erzählt das neue Stück unserer Handpuppenbühne „Eulentheater“ von der Sandburgen-Bauwut.

Aktueller Termin: Literatur am Vormittag am 8. Juli in der Stadtbibliothek Ludwigsburg um 10.30 Uhr

Und das war „Diarium – Michael Gans liest aus seinem lyrischen Tagebuch“ am 21. Juni

Wieder hat Michael Gans das Publikum berührt und zu vielen Fragen animiert. Eine sehr dichte und atmosphärische Lesung.

Für den gemeinnützigen Verein „Die Hoffnungsmacher“ waren die Gründer Stefan Maier und Birgit Kurz zu Gast. Sie ermöglichen Selbstermächtigung durch Gründung von Schulen in Afrika. Spenden sind willkommen. https://diehoffnungsmacher.de

Die Frau auf dem Bild links hält zum ersten Mal in ihrem Leben einen Stift in der Hand. Und ist stolz.

Die Entzauberung der Macht

Schwimmende Kolosse bedrohen die einst so machtvolle Republik Venedig und beschleunigen ihren Verfall. Eine Ironie der Geschichte, die Verkehrung der Machtverhältnisse. Mit kleinen Ruderbooten und Gondeln haben die Venezianer jahrelang protestiert, demonstriert und gewonnen – die größten Kolosse müssen draußen bleiben. Wie Tucholsky sagte: „Der opponierende Sklave ist immer mächtiger als der regierungssüchtige Herr.“ Ein Dauerthema in der Literatur. Die Mächtigen und ihre Gegenspieler sind der rote Faden bei Shakespeare und Schiller. „Sire, geben Sie Gedankenfreiheit“, traut sich der Marquis Posa vom absoluten Monarchen Philipp II. von Spanien zu fordern. Und Wilhelm Tell verweigert dem Hut des Landvogts den Gruß. „Ich habe einen Traum.“ So beginnt die große Rede Martin Luther Kings gegen die Rassentrennung. Für Selbstermächtigung engagieren sich unsere Gesprächsgäste: Die Hoffnungsmacher, ein Verein, den Stefan Maier und Birgit Kurz gegründet haben. Sie bauen Schulen im Sudan. Denn „Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.“ (Nelson Mandela). Sie berichten davon, was sie schon erreichen konnten und was sie noch vorhaben. Das Märchen „Der Drache“ von Jewgeni Schwarz führt uns die Absurdität von Machtgebaren vor. Denn wie oft rettet uns nur der Humor vor der Verzweiflung. Da schließt sich auch Autor und Kabarettist Rolf Breuer an. Und zur Macht des Gerüchts servieren wir „Das Gurkerl“ von Johanna Sebauer.

Jeder Tag zählt

Michael Gans ist wieder da. Mit neuen Texten aus seinem lyrischen Tagebuch. Seit einigen Jahren hat er es sich zur Aufgabe gemacht, an jedem Tag des Jahres mindestens einen knappen, sprachlich verdichteten Text zu schreiben – nicht ahnend, was da alles auf die Welt zukommen würde. Daraus entstand eine sehr persönliche Chronik aus mittlerweile über 2000 Texten, die sich seitdem in losen Abständen fortsetzt. Mit seinem „Diarium“ hat er unser Publikum immer wieder begeistert. Michael Gans ist Dozent für Literatur an der PH Ludwigsburg und Autor von lokalen Kurzkrimis, Romanen, Kinderbüchern und Lyrik.

Und das war: „Du sollst dir ein Bild machen. Wie die Fotografen in die Literatur gerieten“ am 31. Mai 2026

Neben Erich Kästner, Thomas Mann, einer Wanderfotografin, einem dramatischen Familienfoto und einem Fälscher als Wohltäter (Texte gelesen von Sylvia Kern und Susanne Sterzenbach) widmete sich auch Autor und Kabarettist Rolf Breuer der Fotografie: dem Blitzer-Foto und dem Schnappschuss mit Schnitzel, der sein Leben veränderte. Großen Spaß hatten die Gäste an unserem KI-generierten Fotoroman „Zwischen Herz und Zweifel“, dargestellt unter anderem von einem Paar aus dem Publikum. Hauptperson im Gespräch war der Fotograf Peter Vogel, Mitbegründer und Mitgestalter der VorleseScheune. Er erzählte von seiner Faszination für Fotografie und Bildaufbau. Über die Regeln, die ein Handyfoto gut machen. Aber vor allem interessierten sich die Gäste für seine künstlerischen Selbstporträts. Das Geheimnis der Selbstdarstellung in der fotografischen Umsetzung.